Komplement-Antikörper und MBL-ELISA von BioPorto Diagnostics

Als Teil der unspezifischen humoralen Immunabwehr besitzt das Komplementsystem eine wichtige Bedeutung, insbesondere für die Abwehr von bakteriellen Infekten. Drei Aktivierungswege des Komplementsystems, der klassische, der alternative und der Lektin(MBL)-Weg, führen über proteolytische Kaskaden und die zentrale Aktivierung von C3 u.a. zur Aktivierung des ringförmigen Membranangriffskomplexes, welcher Poren in der Zielzelle (z.B. Bakterien, Antikörper-beladene Zellen, umhüllte Viren) bildet und lysiert.

Weitere Effekte sind die Markierung von Zielzellen als Ziel zur Phagozytose und die chemotaktische Rekrutierung inflammatorischer Zellen. Für verschiedene Bestandteile des Komplementsystems sind genetische Immundefekte bekannt, die sich z.B. in hereditärem Angiödem (HAE), in bestimmten, häufigen und/oder schweren bakteriellen Infektionen, autoimmunähnlichen Erkrankungen o. a. Symptomen äußern.

Antikörper für die Komplement-Forschung

Das Komplementsystem besteht aus einer großen Anzahl von verschiedenen Plasmaproteinen, die miteinander reagieren, um Pathogene zu opsonisieren und so eine Reihe von entzündlichen Reaktionen zur Infektabwehr auslösen. Die Erforschung des Komplementsystems ist von großer Bedeutung, da viele Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen und wiederkehrende bakterielle Infekte mit Komplementdefekten in Verbindung stehen. Zum Beispiel kann ein Mangel an Komplementfaktor C3, der eine zentrale Rolle bei der Aktivierung des Komplementsystems spielt, u.a. zu lebensbedrohlichen pyogenen Infektionen führen.  Durch engagierte Forschung hat BioPorto Diagnostics eine starke Palette von Antikörpern für alle drei Wege des Komplemensystems entwickelt.

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MBL Oligomer-ELISA zur quantitativen MBL-Bestimmung

Ein angeborener Mangel an Mannose-bindendem Lektin (MBL) ist der mit Abstand am häufigsten vorkommende Immundefekt weltweit. Mindestens 12% der Europäer weisen aufgrund verschiedener Mutationen des MBL-Gens einen starken Mangel von MBL auf (Steffensen et al. 2000. J Immunol Methods 241(1-2):33-42). Mehrere genetische Defektvarianten bedingen verschieden starke Ausprägungen des MBL-Mangels.

Ein klinisch relevanter MBL-Mangel liegt bei MBL-Serumwerten unterhalb 50-100 ng/ml vor. Verminderte MBL-Serumspiegel von < 450 ng/ml gehen mit einer erhöhten Infektanfälligkeit einher. Personen mit verminderten MBL-Werten werden klinisch insbesondere in Kombination mit einem zweiten Immundefekt oder im Rahmen anderer Grunderkrankungen wie bei Infekten oder Krebstherapie auffällig. Aufgrund der zentralen Rolle von MBL bei der Komplementaktivierung sind niedrige MBL-Serumspiegel mit einer erhöhten Infektanfälligkeit, rezidivierenden Infekten oder verzögerten und schwereren Krankheitsverläufen verbunden. Diagnostisch relevant ist die MBL-Bestimmung besonders bei:

  • Säuglingen und Kleinkindern mit unreifem adaptiven Immunsystem
  • Kindern mit wiederkehrenden Infektionen
  • Immunsupprimierten Patienten z.B. nach Organtransplantation oder bei starker Chemotherapie
  • Patienten mit Autoimmunerkrankungen
  • Frauen mit wiederholten Fehlgeburten

Im Rahmen der Kinderwunschbehandlung ist die MBL-Diagnostik bei Frauen mit chronischer Neigung zu bakteriellen Infekten, mit erhöhter Anfälligkeit für Candida-Infektionen oder mit einer Historie wiederholter Klinikaufenthalte hilfreich, um prophylaktische und therapeutische Maßnahmen zum Ausschluss von Infektionsrisiken (Vaginalinfektion bei Hormonbehandlung, Amnioninfektion) zu begründen und zu optimieren.

Bei Lungenentzündung ist es sinnvoll, Patienten mit Verdacht auf MBL-Mangel sofort zu identifizieren, weil dies eine frühe Antibiotikatherapie indiziert. Bei verzögerter Verabreichung von Antibiotika neigen MBL-defiziente Patienten nach überstandener Lungenentzündung zu anhaltenden Infektionen.

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MBL Oligomer-ELISA (KIT 029)

Der MBL Oligomer-ELISA (KIT 029) von BioPorto Diagnostics ist der am meisten publizierte und validierte MBL-Test zum Screenen von Patienten mit Verdacht auf einen primären Immundefekt in klinischer Routine und Forschung. Seine hohe Spezifität für oligomerisierte MBL-Moleküle (die funktionale MBL-Struktur) macht ihn zum Goldstandard für konsistente Ergebnisse und eine zuverlässige Diagnose des MBL-Mangels. Er ermöglicht die quantitative Messung von MBL im Serum und dadurch eine ungefähre Abgrenzung der genetischen Defektvariante.

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